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Dozent:innen A-Z
Dr. Torsten Reters
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„(K)ein Platz an der Sonne!“ –
Im Rückblick erscheint die Zeit des (deutschen) Kolonialismus (1885-1914/18) Feldübung für das, was noch kommt. Beseelt von ihrer moralischen und intellektuellen Überlegenheit teilten die europäischen „Herrenrassen“ 1884/85 in Berlin den schwarzen Kontinent – zum „Wohle der Afrikaner“ unter sich auf. Die um ihr Land betrogenen afrikanischen Stämme waren gar nicht an der Konferenz beteiligt waren. Diese stellte man lieber in sog. „Völkerschauen“ in zoologischen Gärten aus. In den deutschen Kolonien bediente man sich des Prinzips „Zuckerbrot und Peitsche“. In der Bekämpfung kolonialer Aufstände erprobten die Deutschen (und andere Nationen) Konzepte für die kommenden Weltkriege: Die Kriegsführung der verbrannten Erde, Völkermord (etwa an den Hereros), Einrichtung von Konzentrationslager und die „moderne“ Rassenideologie wiesen schon den Weg ins 20. Jahrhundert. Und die Narben des Kolonialismus sind noch lange nicht verheilt.
Ludwig II. und das „Dritte Deutschland“ –
Als Märchenkönig lebte Ludwig (1845-1886) in seinen von Wagner inspirierten Traumschlössern. Noch heute wird der absolutistisch gesinnte König nostalgisch verklärt und in seiner Tragik geliebt. Sein Scheitern steht exemplarisch für die Idee von einem „Dritten Deutschland“ um die starken Mittelstaaten (u.a. Bayern, Württemberg und Sachsen), die spätestens im österreichisch-preußischen Krieg ihr Ende fand. Von Bismarck bezahlt, verfasste der Franzosenfreund Ludwig - gegen seine eigenen politischen Ideen - nach dem Krieg 1870/71 den sog. Kaiserbrief, in dem er den Preußenkönig Wilhelm bat, Deutscher Kaiser zu werden. Seine Entmachtung durch die bayrische Regierung und sein ominöser Tod im Starnberger See sind Stoff für eine der interessantesten Biographien des 19. Jahrhunderts.
Von "Mabuse" zu "Hitler"? -
In den 20er Jahren wurde der Österreicher Fritz Lang zu einem der berühmtesten Regisseure des deutschen Kinos. Mit seinen Werken, allen voran dem Weltkulturerbe "Metropolis", sorgte er für großes Aufsehen - und trieb seine Auftraggeber (die deutsche Ufa) in die wirtschaftliche Krise. Langs Filme sind (nach Kracauer) Zeugnisse der präfaschistischen Mentalität in Deutschland vor Hitlers sog. "Machtergreifung" (etwa: "Die Nibelungen", "Dr. Mabuse", "Metropolis"). Im II. Weltkrieg, aus dem Exil in den USA heraus, skizzierte Lang, zusammen mit Brecht, die NS-Terror-Herrschaft über Europa. ("Auch Henker sterben"). Der Vortrag (mit Filmeinspielungen) gibt einen Überblick über Langs Leben und die Inhalte der im Text genannten Filme.