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Das erzählende Sachbuch – rasanter Aufstieg des Memoirs

Der Vortrag präsentiert beispielhaft die enorme Spannweite dieses hoch innovativen Genres zwischen Autobiografie und Autofiktion an der Grenze von non-fiktionaler zu fiktionaler Literatur und skizziert dabei die wechselvolle Historie seiner Entstehung.

In Deutschland scheint das Memoir noch nicht angekommen sein, was aber nur mit den hiesigen Verlagsstrukturen und den starr feststehenden Einordungszwängen zusammenhängt, denn alle kennen „Eat, pray, love“ von E. Gilbert – zumindest als überaus erfolgreicher Film.

Das Memoir, im Unterschied zu den persönlichen Memoiren, die sachlich korrekte Fakten präsentierende Autobiografie, allerdings als Geschichte einer spezifischen Lebenserfahrung erzählt, die mit spezifischen literarischen Mitteln so spannend wie lehrreich und meist mit stark motivierendem Impetus daherkommt, ist längst der heimliche Renner in den Bücherregalen und bezogen bei den Verflimungsraten.

Seit den frühen Anfängen in den USA und durch den Aufstieg der Sozialen Medien stark befeuert haben sich viele Formen der Memoir-Narration herausgebildet, die sich hierzulande unter diversen Labeln, vom autobiografischen Erfahrungsbericht bis Roman, erfolgreich durchsetzen und je nach Inhalt gar unter Reiseliteratur oder Gesundheitsratgeber zu finden sind.

Nur zögerlich scheint sich ganz aktuell ein neuer Begriff herauszubilden, der dem Memoir gerecht werden könnte: das erzählende Sachbuch.