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Dozent:innen A-Z
Clara Schuller (Literaturwissenschaftlerin, Schreibcoach)
Kurse (3)
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Das erzählende Sachbuch – rasanter Aufstieg des Memoirs
Der Vortrag präsentiert beispielhaft die enorme Spannweite dieses hoch innovativen Genres zwischen Autobiografie und Autofiktion an der Grenze von non-fiktionaler zu fiktionaler Literatur und skizziert dabei die wechselvolle Historie seiner Entstehung.
In Deutschland scheint das Memoir noch nicht angekommen sein, was aber nur mit den hiesigen Verlagsstrukturen und den starr feststehenden Einordungszwängen zusammenhängt, denn alle kennen „Eat, pray, love“ von E. Gilbert – zumindest als überaus erfolgreicher Film.
Das Memoir, im Unterschied zu den persönlichen Memoiren, die sachlich korrekte Fakten präsentierende Autobiografie, allerdings als Geschichte einer spezifischen Lebenserfahrung erzählt, die mit spezifischen literarischen Mitteln so spannend wie lehrreich und meist mit stark motivierendem Impetus daherkommt, ist längst der heimliche Renner in den Bücherregalen und bezogen bei den Verflimungsraten.
Seit den frühen Anfängen in den USA und durch den Aufstieg der Sozialen Medien stark befeuert haben sich viele Formen der Memoir-Narration herausgebildet, die sich hierzulande unter diversen Labeln, vom autobiografischen Erfahrungsbericht bis Roman, erfolgreich durchsetzen und je nach Inhalt gar unter Reiseliteratur oder Gesundheitsratgeber zu finden sind.
Nur zögerlich scheint sich ganz aktuell ein neuer Begriff herauszubilden, der dem Memoir gerecht werden könnte: das erzählende Sachbuch.
Kreatives autobiografisches bis autofiktionales Schreiben
Ob autobiografisch (inspiriert) oder (frei) erfunden: In diesem Kurs geht es darum, kleine Episoden aufzuschreiben, die sich dazu eignen (würden), als Puzzlestücke einer Lebensreise zu gelten.
Sie wollten immer schon schriftlich niederlegen, was in Ihrem sei es realen Leben oder auch an Ihrer frei erfundenen Lebensvision das Bewegende, Bedeutsame, Einzigartige, Allgemeingültige, Lustige, Schmerzvolle, Unausgesprochene … kurz: das Aufscheibenswerte ist? Der Kurs bietet einen achtsamen Raum dafür.
Der Schreibimpuls setzt gezielte Anreize, Erinnerungen und Perspektiven in den Fokus zu nehmen und schreibend auszugestalten.
Nach einer (freiwilligen) Vorleserunde gibt es zu den Textkreationen eine kurze Rückmeldung. Ob mit oder noch ganz ohne Schreiberfahrung – alle Schreibstile willkommen!
„Sneak Peek“ – literarische Geheimtipps aus dem deutschsprachigen Europa
Innerhalb der mannigfaltig ausdifferenzierten Szene deutschsprachiger Nachwuchs-Schriftsteller*innen lassen sich nicht nur interessante innovative Trends feststellen, sondern ganz brandaktuell auch regelrechte Geheimtipps mit vielversprechendem Potenzial ausfindig machen.
Der Vortrag wird sieben noch unbekannte Autor*innen, die es wert sind, gelesen zu werden, vorstellen und ihre Schreibstile bzw. ihren individuellen Ansatz, fiktionale Texte von Kurzgeschichte bis Lyrik zu schreiben, kurz porträtieren. Alle Kandidaten konnten bisher Förderpreise und Abstimmungen in Netzforen gewinnen, sind durch Podcasts in Erscheinung getreten oder gerade mit einer Erstpublikation auf Tour.
Im Sinne des Vortragstitels sollen die Namen der Nachwuchsautoren nicht vorab bekannt gegeben werden, sondern eine Überraschung bleiben. Aber nach dem einführenden Teaser werden sieben Werke zur Abstimmung gestellt.
Dann gilt es, nach der Lesung des Textes durch die Dozentin, tiefer in Materie und Interpretation einzusteigen, wobei es darum geht, ausgesuchte Qualitätsmerkmale exemplarisch zu benennen bzw. literaturkritisch zu bewerten und die Runde für die allgemeine Diskussion zu öffnen.