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Prof. Dr. Volker Steinkamp
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Der König der französischen Renaissance: François I
Mit François I (1494–1547) soll in diesem Vortrag – auch mithilfe von reichhaltigem Bildmaterial – einer der bedeutendsten und auch faszinierendsten Könige der französischen Geschichte vorgestellt werden. Während sein politisches Wirken als Wegbereiter des Absolutismus und im Vorfeld der Religionskriege durchaus nicht unumstritten ist, lebt François‘ kulturelles Erbe bis in die Gegenwart in vielfältiger Form fort. Als junger Mann 1515 auf den Thron gekommen, hat François I sein Land im frühen 16. Jahrhundert für den Geist und die Errungenschaften der italienischen Renaissance geöffnet und damit zugleich das bis heute vorherrschende Selbstverständnis Frankreichs als Kulturstaat („État culturel“) begründet. So lädt François I berühmte italienische Gelehrte, Architekten und Künstler (wie Leonardo da Vinci) an seinen Hof ein, lässt prächtige Schlösser wie Chambord und Fontainebleau erbauen, gründet 1533 mit dem Collège royal die noch heute wichtigste französische Wissenschaftsinstitution (heute: Collège de France) und erklärt 1539 im Edikt von Schloss Villers-Cotterêts (2023 von Staatspräsident Macron als Cité de la Francophonie eingeweiht) das Französische anstelle des Lateinischen zur offiziellen Amtssprache im Königreich.
Die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte von 1789 –
Hinweis in eigener Sache: Aus organisatorischen Gründen muss der Vortrag um einen Tag verschoben werden, Er findet entgegen dem Abdruck im Heft nicht am Dienstag, den 23.06.2026, sondern am Mitwoch, den 24.06.2026, statt. Ort und Zeit bleiben gleich. Die 1789 entstandene „Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte“ (Déclaration des Droits de l´Homme et du Citoyen de 1789) ist nicht nur eines der bedeutendsten Dokumente der Französischen Revolution. Vielmehr hat sie auch weit über die Grenzen Frankreichs hinaus universelle Wirkung entfaltet und z.B. die UN-Menschenrechtserklärung von 1948 ebenso wie das deutsche Grundgesetz von 1949 entscheidend beeinflusst. In diesem Vortrag soll die Erklärung daher als ein Gründungstext der modernen Demokratie vorgestellt werden.
Lorenzo Da Pontes Memoiren –
Lorenzo Da Ponte (1749-1838) ist der Nachwelt vor allem als kongenialer Librettist der drei großen italienischen Mozart-Opern Le nozze di Figaro, Don Giovanni und Così fan tutte in Erinnerung geblieben, deren Texte ebenso wie ihre Musik zu den Höhepunkten der Opern-Literatur gehören. Doch seine bedeutende Rolle in der Geschichte der Oper bleibt nicht auf diese Libretti beschränkt. Denn Da Ponte hat nicht nur viele weitere Operntexte u.a. für Antonio Salieri geschrieben. Als er nach Stationen in Venedig, Wien und London Anfang des 19. Jahrhunderts auf der Flucht vor Gläubigern nach New York übersiedelt, leistet er auch einen entscheidenden Beitrag zur Verbreitung der Oper in der Neuen Welt. So sorgt er im New York des Jahres 1826 für die amerikanische Uraufführung des Don Giovanni im italienischen Original und wird einige Jahre später Initiator des 1833 erbauten Italian Opera House, des ersten Opernhauses in New York überhaupt und Vorläufers der berühmten Metropolitan Opera. Von seinem langen abenteuerlichen Leben voller Höhen und Tiefen, das selbst den Stoff für eine Oper böte, berichtet Da Ponte in seiner überaus lesenswerten Autobiographie, den 1823-1830 in New York auf Italienisch erschienenen Memorie. Mithilfe dieser Memoiren sollen in diesem Vortrag das Leben und Werk einer ebenso faszinierenden wie schillernden Figur der Opern- und Kulturgeschichte vorgestellt werden.