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Leeds zu Gast in Dortmund

-Jutta McKenna-

Leeds - kennen Sie Leeds? Ich muss gestehen: Leider nein! Bis zum 7. Februar! Da nämlich hat unsere ParkAkademie einen wunderbaren und abwechslungsreichen Nachmittag zusammen mit Geoff Tranter, dem Leiter der Deutsch-Britischen Gesellschaft, gestaltet.

Um 15.00 Uhr begrüßte Marlies Schellbach, unsere Vorsitzende, Geoff Tranter als  wichtigsten Gast und Hauptakteur und gut 45 Gäste im großen Saal, der mit zahlreichen, größeren und kleineren „Union Jacks“ und Primeln in den britischen Farben auf den hübsch eingedeckten Tischen dekoriert war.

Karin Ehlert und Geoff Tranter erzählten, veranschaulicht durch zahlreiche Bilder, von der Geschichte der Städtepartnerschaft zwischen Dortmund und Leeds, deren Anfänge bis ins Jahr 1957 zurückreichen. 1969 wurde sie offiziell, und 1970 war dann die feierliche Unterzeichnung. Die Eule aus dem Stadtwappen von Leeds und der Dortmunder Adler gingen eine Partnerschaft ein, die sich in vielen Bereichen zeigte: Fußball, Chöre, Polizei, Literatur, Schulen, Jugendamt, das Dortbunt-Fest und noch mehr begegneten sich, lernten sich kennen, tauschten sich aus und feierten zusammen. Der Brexit war eine Zäsur, konnte aber mit dem Engagement der Bürger und beider Städte überwunden werden. In beiden Stadtbildern ist diese Partnerschaft auch sichtbar geworden durch Namen von Plätzen, Gebäudetafeln und Skulpturen.

Nach soviel Information sang uns Ulla Unverfehrt mit ihrer klaren und unverwechselbaren Stimme zwei Lieder, Morning of My Life von den Bee Gees und N‘Oubliez Jamais von Joe Cocker - zum Sich-weg-träumen!

Achim Unverfehrt, Mitglied des Vorstands, holte uns in die Gegenwart zurück und sagte  einiges zu den schon bereitliegenden britischen Köstlichkeiten, wie Sandwiches, Biscuits mit Cheddar Cheese, Scones mit Erdbeermarmelade und Mascarpone (eine durchaus europäische Mischung in Ermangelung der eigentlich dazugehörenden Clotted Cream) - natürlich alles selbst hergestellt von fleißigen Helferinnen und Helfern und wirklich lecker. Ich kann das so sagen, denn ich habe alles probiert. Dazu gab es echten Taylors of Harrogate Yorkshire Gold Tea oder deutschen Kaffee.

Let it Be von den Beatles, wiederum gesungen von Ulla, leitete über zu einem Vortrag von Dr. Karl Lauschke über John Harrison, einem bedeutenden Wollhändler und Wohltäter der Stadt im 17.Jahrhundert und vor allem über James Watt. Der war zwar kein Leedser, aber seine ersten Dampfmaschinen kamen auch in Leeds zum Einsatz als Pumpenantrieb zur Entwässerung im Bergbau. Dr. Lauschke konnte uns noch einiges Interessantes über James Watt, seinen Werdegang und seine Bedeutung erzählen, was sicher noch nicht jeder wusste.

Darauf folgte nach einer kleinen Pause der Vortrag von Dr. Jürgen Stiller über den Künstler Henry Moore, der nach dem Ersten Weltkrieg an der Leeds School of Arts ein Studium als Bildhauer begann, wo die Grundlagen für seinen späteren Erfolg und Weltruhm gelegt wurde. Moore ist auch in Deutschland hoch angesehen und seine  Werke können z. B. auch im Wuppertaler Skulpturenpark Waldfrieden bewundert werden. In Leeds erinnert die Henry Moore Foundation, ein Institut, das der Leeds Art Gallery zugeordnet ist, an das bedeutende Wirken diesen Künstlers.

Als Dritte im Reigen der Vorträge stellte uns Marlies Schellbach das Buch „Die souveräne Leserin“ von Alan Bennett vor. Bennett ist ein sehr populärer und vielseitiger britischer Autor, der 1934 in Leeds geboren wurde. In diesem schmalen Band erzählt Bennett ebenso charmant wie erheiternd von der Queen und der Literatur. Sehr englisch und sehr witzig. Frau Schellbach stellte uns dieses kleine, unbedingt lesenswerte Buch in treffend ausgewählten Auszügen vor, und alle amüsierten sich königlich. Zuhause, muss ich gestehen, habe ich es sofort aus dem Regal geholt und angefangen darin darin zu lesen … wunderbar!

Weiter ging’s mit dem Versuch einer Live-Schaltung nach Leeds zu einer Gruppe von Autoren, die mit Herrn Tranter gut bekannt ist. Leider, leider hat die Technik uns im Stich gelassen. Wir konnten die beteiligten Personen zwar sehen, und Herr Tranter konnte sich mit einer Dame über seinen Kopfhörer unterhalten. Aber für die Anwesenden war ein so schlimmes Echo zu hören, dass nach intensiven Versuchen  das auszuschalten, die Live- Schaltung abgebrochen werden musste. Das war wirklich schade.


Doch Ulla Unverfehrt fing die Enttäuschung glücklicherweise sofort wieder ein. Those Were the Days von Mary Hopkin zauberte gleich ganz andere Assoziationen in die Köpfe, und mit dem Lied Good Bye, my Love von derselben Sängerin endete das Programm.

Blumensträuße und Weinflaschen als Dankeschön für die Akteure dieses überaus gelungenen Nachmittags im Zeichen einer jahrzehntelangen guten Freundschaft beschlossen diesen inspirierenden Nachmittag. Vielleicht sehen wir uns ja im Herbst auf der Fahrt nach Leeds wieder.