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Duo Blue Blossom mit „Sounding Democracy“ mit Freya Deiting und Daniel Masuch

-Jutta McKenna-

Im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe zur 250 jährigen Unabhängigkeitserklärung der USA fand am Sonntag, den 14. März in der ParkAkademie ein ganz besonderes Konzert statt: die Geigerin Freya Deiting, die schon mehrmals mit sehr schönen Konzerten bei uns zu Gast war, hatte ihren musikalischen Kollegen, den Pianisten Daniel Masuch, auch er ist schon bei uns aufgetreten, mitgebracht, um uns allen die besondere politische Seite der amerikanischen Jazzmusik nahezubringen.

Doch zunächst begann der Nachmittag mit Kaffee, Tee und einem leckeren Kuchenbuffet, gebacken und gespendet von unseren fleißigen Ehrenamtlichen um vier Uhr im Kaminzimmer. Ein Stunde später versammelten sich mehr als 50 erwartungsfrohe Gäste im großen Saal.

Freya Deiting und Daniel Masuch erzählten in ihrer Anmoderation, worum es in den ausgewählten Musikstücken geht: um Lieder, die im Geist der Demokratie komponiert wurden, die von Verletzungen dieses Geistes erzählen, vom Wunsch nach Freiheit und Gleichberechtigung, von Tod und Hoffnung, von Aufbruch und Bürgerrechten. Wie im Jazz, wo im Spiel ausgehandelt wird, wer wann improvisieren kann und wann alle  zusammen musizieren sollen.

Damit war der Ton gesetzt, und es ging los mit der Hymne des Bürgerrechts: „I Wish I Knew How it Would Feel to Be Free“ von Billy Taylor aus dem Jahr 1963. Allein der Titel spricht Bände! Ein eher unbekanntes Lied von Marvin Gaye folgte, „Why Did I Choose You?“, und dann kam „Somewhere over the Rainbow“ mit der Hoffnung auf eine bessere Zukunft - beides durchaus mit Bezug zur aktuellen politischen Situation in den USA. Direkt zu Herzen ging mir das berühmte, tief traurige Lied der Billy Holiday aus den 50iger Jahren, „Strange Fruit“, in dem sie von den gelynchten schwarzen Menschen singt, die wie seltsame Früchte in den Südstaaten von den Bäumen hängen - ein sehr verstörender Anblick und ein ebensolches Lied! Die darauffolgenden Eigenkomposition von Daniel Masuch „Crystal Conversation“ fing die Stimmung wieder ein und hob sie an, weil diese Musik so schön erzählte von dem Zusammenspiel wie es sein sollte - auf Augenhöhe, sowohl in Partnerschaften wie unter Demokraten.

Nach einem weiteren Song wurde dann eine Pause eingelegt, in der man sich untereinander austauschen konnte, auch um die Eindrücke der Musik und der Texte zu verarbeiten, und auch noch einmal zum Kuchenbuffet gehen konnte. Mit dem „Liber Tango“ von Piazolla ging es heiter und bewegt weiter hin zu einem Tango von Kurt Weill, den er auf der Flucht in Frankreich im Jahr 1934 geschrieben hatte.

Noch etliche Musikstücke folgten, heitere und ernste, hymnische und kontemplative.  Oscar Petersen, Bill Evans, die Komposition von Daniel Masuch „Peaceful Pass“  u.a.m. kamen zu Gehör und nahmen uns mit in musikalische Gedankenwelten zu den Themen Frieden, Freiheit, Bürgerrechte und Hoffnung. Den Abschluss bildete als Zugabe der wunderbare Song von B. E. King „Stand by Me“, der durch seine Vertrautheit seit 62 Jahren und die gleichzeitige Aktualität einen passenden Schlusspunkt für dieses außergewöhnliche Konzert bildete.

Wir danken der Artur- und Lieselotte-Dumcke-Stiftung, die das Konzert großzügig unterstützt hat, und vor allem den Künstlern Freya Deiting und Daniel Masuch sehr herzlich für ihr engagiertes Spiel, ihre gelungene Musikauswahl und die dazu passende Moderation und freuen uns auf ein Wiedersehen!