Im Rahmen unseres Jahresthemas „Amerika@250 - Experiment Demokratie“ ist es uns gelungen, den ehemaligen Journalisten und Korrespondenten des WDR, Gerald Baars, für einen Vortrag am 11.09.2026 in unserem Haus zu gewinnen.
-Renate Gosau-
Im Rahmen unseres Jahresthemas „Amerika@250 - Experiment Demokratie“ ist es uns gelungen, den ehemaligen Journalisten und Korrespondenten des WDR, Gerald Baars, für einen Vortrag am 11.09.2026 in unserem Haus zu gewinnen. Gerald Baars, der in den letzten Jahren seiner beruflichen Tätigkeit Studioleiter des WDR-Landesstudios Dortmund war, hat in den 90ger und Nuller-Jahren sechs Jahre lang das ARD-Studio in New York geleitet und ist seit vielen Jahren ehrenamtlich als Leiter der deutsch-amerikanischen Gesellschaft der Auslandgesellschaft tätig.
Die Veranstaltung war mit mehr als 50 Teilnehmenden ausgebucht, in seinem interessanten und engagierten Vortrag zeigte der Referent zahlreiche Aspekte der Trumpschen Politik auf, die den inzwischen erfolgten Übergang von der Demokratie zur Autokratie deutlich machen, z. B. Regierung durch Dekrete, Missachtung von Gesetzen und Verfassungsgrundsätzen, Besetzung der Posten in den Ministerien durch Gefolgsleute, Veränderung der Wahlkreiszuschnitte u.v.a.. Eventuell könnte sich die Lage verbessern, falls die Demokraten bei den Zwischenwahlen in beiden Häusern die Mehrheit, die bisher von den Republikanern gehalten wird, gewinnen, eine Hoffnung, die bei der momentanen wirtschaftlichen Lage der USA mit hohen Lebensmittel- und Benzinpreisen nicht ganz unrealistisch ist. Doch auch dann wird Trump versuchen, seine Politik fortzusetzen.
Selbst wenn ein demokratischer Kandidat die Präsidentschaftswahl 2028 gewinnen sollte, wird es nicht einfach sein, die von Trump initiierten antidemokratischen Verhältnisse wieder rückgängig zu machen. Bei einem republikanischen Trump-Nachfolger, dann wahrscheinlich J.D. Vance, sieht G. Baars eine noch verschärfte Wandlung zur Autokratie, da Vance weniger impulsiv, sondern strategisch und planvoll vorgehen würde. So lautet die Antwort von Baars auf die Ausgangsfrage: „Ich weiß es nicht.“
An diesen aufschlussreichen Vortrag schloss sich dann noch eine ca. 45-minütige Fragerunde und Diskussion an, in der noch zahlreiche Fragen beantwortet und Aspekte des Vortrags diskutiert und erläutert werden konnten.