Semestereröffnung am Samstag, den 17.1.2026

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-Jutta McKenna-

Zur Eröffnung des neuen Semesters hatten wir uns einen ganzen Tag lang vorgenommen, um unseren Gästen die vielfältigen Angebote darzustellen, die wir für die nächsten Monate zusammengestellt haben. In mehreren Räumen unseres schönen Hauses fanden die Veranstaltungen statt. Und natürlich gab es in unserem Kaminzimmer immer die Gelegenheit, um einen Kaffee oder Tee und die von den ehrenamtlichen Damen selbst gebackenen, sehr leckeren Kuchen zu genießen und sich dabei auszutauschen.




Im Untergeschoss im Musikzimmer stellte unsere Pädagogische Leiterin, Frau Ehlert, die Highlights aus dem Programm vor und Frau Hückel, die Exkursionsspezialistin, erzählte von den vielen geplanten Ausflügen zu den aktuellen Kunstausstellungen in den bedeutenden Museen der uns umgebenden Städte. Viele interessierte Gäste hörten aufmerksam zu und machten sich fleißig Notizen.

Um elf Uhr begann Herr Geoff Tranter von der Deutsch-Britischen Gesellschaft in Dortmund mit einem Vortrag über Leeds, seine Heimatstadt und zugleich Partnerstadt von Dortmund. Mit Fotos, alten und neuen, zeigte er eine attraktive Stadt, die ihre Anfänge im 12. Jahrhundert nahm, über lange Zeit ein Zentrum der britischen Wollverarbeitung war, später ein Motor in der frühen Industrialisierung, und die im Laufe der Zeit zu beträchtlichem Wohlstand kam. Das erkennt man an dem gut erhaltenen Stadtzentrum viktorianischer Prägung. Nach dem Niedergang in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts präsentiert sich die Stadt heute lebendig, aufgeschlossen und prosperierend. Sollte Ihr Interesse an dieser besuchenswerten Stadt geweckt sein, so haben wir am 7. Februar einen „Leedser Nachmittag“ im Programm, an dem diese uns noch näher bekannt gemacht werden wird. Alle sind dazu herzlich eingeladen.

Anschließend konnte man sich von Herrn Peer Wichard und Herrn Thomas Wassmuth in ferne Himmelswelten entführen lassen und etwas über die Wintersternbilder und die Auswirkungen der Sonnenflecken erfahren. Zur Veranschaulichung hatten sie ein Fernrohr auf der Terrasse aufgebaut, mit dessen Hilfe man die derzeitigen Sonnenflecken sehen konnte. Ich war ganz hin und weg, dass ich bei leicht bewölktem Himmel so viele Gruppen von Sonnenflecken erkennen konnte und nur zwei Tage später von unserem Balkon in der Dortmunder Innenstadt (!) Polarlichter sah, die von genau diesen Sonnenflecken verursacht worden sind. Viermal im Jahr treffen sich die Astronomie-Freunde an einem Sonntagnachmittag in der ParkAkademie, meist zum Wechsel der Jahreszeiten, um mehr aus den vielfältigen Gebieten dieser ältesten Wissenschaft überhaupt zu erfahren. Mir persönlich macht es immer wieder Freude dabei zu sein.

Entlang der Seidenstraße in Xinjiang führte uns ein weiterer Vortrag, den Dr. Hartwig Gielisch vor interessierten Zuhörern hielt. Dort berichtete er, unterstützt von eindrücklichen Bildern von einer Reise durch das ferne Asien in gewohnt sachlicher und anschaulicher Weise. Auch der Vortrag von Herrn Dipl. Ing. Jürgen Schuck über das hochaktuelle Thema „Künstliche Intelligenz - was steckt dahinter?“ kam sehr gut an. Der Saal war bis zum letzten Platz belegt, denn diese neuen Möglichkeiten gehen uns alle an.

Als besonderes musikalisches Schmankerl folgte nun der Auftritt des Blockflöten-Ensembles Anonymos. Sechs Flötistinnen und ein Flötist nebst der Dirigentin Frau Bielefeld-Rikus spielten auf ganz unterschiedlichen Arten von Blockflöten. Mit ihren von bis zu 2 Metern großen Flöten, das waren Bassflöten und Sub-Bassflöten, bis zu höchstens 20 cm kurzen Flöten entführte uns das Ensemble in überraschende Klangwelten. Von nordamerikanischen meditativen Klängen, über Bach und Mendelssohn bis hin zu Dixiemelodien wurde geboten, was die Flöten hergaben. Diese Vielfalt der Instrumente und auch der Melodien war schon überraschend, und es wurde selbstverständlich auch entsprechend applaudiert. Gesponsert wurde der Auftritt durch die Artur und Lieselotte Dumcke-Stiftung, und wir freuen uns auf ein Wiedersehen mit Anonymus!

Der letzte Programmpunkt des Tages war ein Vortrag der schon lange bei uns wirkenden Diplom Geologen Florian Guballa und Gerd Hölscher zu der überraschenden Frage: „Genesis und Geologie - Lassen sich Genesis und geologische Ereignisse übereinander bringen?“ In sehr abwechslungsreichen und unterhaltsamen Dialogen, unterstützt durch Karten, Fakten und Zahlen und auch durch die Beteiligung der Zuhörer, erklärten uns die Beiden den grundlegenden Unterschied der Ansätze. Die Genesis beschäftigt sich mit Religion und Mythen, also mit dem Warum der Ereignisse. Bei der Geologie handelt es sich dagegen um das Wie, das heißt um wissenschaftliche Erkenntnisse. Die Genesis packt die gesamte Erdgeschichte in ca 6000 Jahre (Kreationismus), wohingegen die Geologie von der Entwicklung der Erde in einem Zeitraum von bis zu 4,6 Millarden Jahren handelt. Die beiden Referenten erläuterten an Hand zahlreicher Beispiele und Beweise, dass und wie sich erdgeschichtliche Veränderungen und Zusammenhänge in den religiösen Erzählungen wiederfinden. So spannend und wissenserweiternd war diese Stunde, dass ich die Veranstaltungen der beiden Dozenten im Semesterprogramm nur sehr empfehlen kann. Sie wissen garantiert mehr über die Welt, wenn Sie aus einem ihrer Vorträge wieder heraus kommen.

Insgesamt war unsere Semestereröffnung sehr gut besucht, es waren schließlich deutlich mehr als hundert Leute zusammen gekommen. Viele waren da, um sich in immerhin acht verschiedenen Veranstaltungen informieren und inspirieren zu lassen. Auch der Stand des Seniorenbeirats, der erstmals bei einer Semestereröffnung anwesend war, wurde zu Kontaktpflege und Informationsaustausch fleißig genutzt. Im Café war ebenfalls immer was los, und der Kuchen war am Ende des Tages gänzlich verzehrt. Herzlichen Dank den fleißigen Bäckerinnen! Aufgefallen ist mir, dass etliche Teilnehmende es die ganze Zeit von elf bis siebzehn Uhr bei uns „ausgehalten“ haben. Das ist doch ein schöner Beweis, dass unser Konzept aufgegangen ist und viele Menschen angesprochen hat. Jetzt wünschen wir uns noch, dass auch viele Semesterangebote einen guten Zuspruch erfahren.1